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Interview mit Martha Jurowski

 

Martha Jurowski über das Märchen vom Tanzen, viel Theater und einem beschwipsten Gestiefelten Kater

 

Wie alles begann...

Es war einmal ein kleines Mädchen, das träumte von...?

 

Es war einmal ein Mädchen, das träumte von Märchen.

Ich war immer in einem Märchen, in meiner eigenen Traumwelt unterwegs. Schon damals habe ich gerne Rollen übernommen und habe mich als Protagonistin in meiner eigenen Geschichte gesehen.

 

Kommt daher auch der Wunsch zur Schauspielerei?

 

Ja, höchstwahrscheinlich. Obwohl es mir sehr spät bewusst geworden ist, dass man so etwas als Beruf ausüben kann. Lange Zeit hatte ich keine Ahnung, was ich später mal machen wollte. In der Schule habe ich deshalb einfach gesagt, dass ich gerne Gärtnerin werden wolle. Erst mein Papa hatte mich auf die Schauspielerei aufmerksam gemacht, was ich erst einmal aber nicht so toll fand, da ich nur Schwarz-Weiß Aufzeichnungen von Theaterstücken kannte und nicht...naja...

 

Schwarz-Weiß werden wollte?

 

So ähnlich. Das kam mir alles so trist vor. Bis dahin habe ich noch nie Sprechtheater bewusst erlebt und kannte bloß Oper und Ballett, bis ich in England in der Schule Theater gespielt habe. Da ist mir klar geworden, wo ich meine Märchen ausleben könne.

 

Mit welchen Farben würdest du das Märchenbuch deiner Kindheit ausmalen?

 

Ich verbinde Orte sowohl mit bestimmten mit Farben als auch mit bestimmten Gefühlen und Gerüchen. New York, zum Beispiel, riecht nach Tannennadeln, Hochhäusern und Autos und hat gräuliche Töne – ich mochte New York immer. Bologna hat Sandfarben und riecht nach Motorrädern, England hat eher frühlingshafte Farben, sonnengelb, hellgrün.

Und überall Theater!
 

Haben Theater auch bestimmte Farben?

 

Eine schützende Dunkelheit, kombiniert mit Scheinwerferlicht; und es riecht nach Make-up und Staub. Im Theater fühlte ich mich immer zuhause, denn wo Proben liefen, waren auch immer meine Eltern. Da wir durch den Beruf meines Vaters viel reisten, war mein Zuhause kein bestimmter Ort, sondern meine Eltern.

 

Wie kamst du zum Tanz?

 

Musik, Theater und Tanz spielen in unserem Hause eine sehr wichtige und große Rolle. Mein Vater, Onkel und Großvater sind Dirigenten, mein Urgroßvater war Komponist, meine Uroma Ballettsolistin an der Kiewer Oper. Die Liebe zu alldem wurde mir sozusagen in die Wiege gelegt.

 

Auch die irische Musik?

 

Leider nein, doch genau die hat mich irgendwann selbstständig gefunden und gepackt. Die Rhythmen sind so spezifisch und aufregend... Strawinsky hatte schon recht, als er sagte, dass der Rhythmus die Ursprache des Menschen sei.

 

Deine Tanzkarriere hat schon früh begonnen. Wann hast du mit dem Ballettunterricht angefangen?

 

Mit 7 Jahren habe ich angefangen und mit 12 Jahren wieder aufgehört. Ich hatte eigentlich mal den Wunsch gehabt Balletttänzerin zu werden, vielleicht auch meiner Uroma wegen, die mich immer zum Tanzen animierte! Sie klatschte immer einen Rhythmus und sang eine undefinierbare Melodie und machte Arm und Kopfbewegungen vor, selbst als ihre kaputten Füße nicht mehr tanzen konnten. Sie hat mich mehr geprägt, als ich dachte!

Doch ich mochte die Ballettstunden überhaupt nicht, obwohl ich an einer sehr guten Ballettschule war. Als man anfing, mich auf Wettbewerbe vorzubereiten und ich dafür mein Reiseleben hätte aufgeben müssen, stieg ich aus. Ich habe danach eine richtige Abneigung gegen Tanz entwickelt!

 

Ehrlich?

 

Ich konnte keine Ballette schauen ohne sofort Schmerzen zu spüren. Ich mochte noch immer tanzen, aber gleichzeitig hasste ich es.

 

Das hat sich heute wieder verändert, nehme ich an?

 

Ja, definitiv. Heute kann ich den Ballettunterricht, den ich begleitend nehme, wieder richtig genießen. Mit 18 traf ich die Entscheidung wieder zu tanzen. Ich weiß noch, wie ich in Philadelphia sehr spontan anfing, nach Irish Dance Schulen in Berlin zu suchen. Aus purem Glück habe ich Nicoles Schule gefunden. Irish Dance hat mir die Freude am Tanzen wiedergegeben.

 

Hattest du schon Erfahrungen im Irish Dance?

 

In der Ballettschule hatten wir „keltischen Tanz“. Das hat mir wirklich Spaß gemacht und darin war ich auch ganz gut. Ich durfte im „keltischen Tanz“ sogar eine etwas größere Rolle übernehmen! Also ich war dann nicht der kleine Spund hinten links.

 

Was durftest du tanzen?

 

Einen kleinen Spund weiter vorne (lacht).

Es war eine Mischung aus Hard-und Softshoeschritten in Ballettschläppchen zur Musik von Riverdance. Damals hatte ich keine Ahnung was Riverdance ist, aber die Musik war aufregend und adrenalinpumpend.

 

Kannst du Ballett und Irish Dance gefühlsmäßig vergleichen?

 

Ballett und Softshoe sind sehr ähnlich und der Ballettunterricht nebenbei unterstützt mich im Softshoetanz. Der australische Tänzer Steven McRae hat das mal ganz gut zusammengefasst, als er sagte, dass Tap eher geerdet sei, während man im Ballett sich immer hochziehe. So ähnlich ist es im Irish Dance. Tanzen ist etwas sehr kraftvolles und diese Kraft geht in verschiedene Richtungen.

 

Du studierst Englische Philologie und Geschichte in Berlin. Wie gelingt dir der Spagat zwischen Studium und deinem Nebenberuf als Tänzerin?

 

Es geht nur wenn man Prioritäten setzt. Beide Tätigkeiten sind sehr zeitkonsumierend. Im Geiste liegt meine Priorität aber beim Tanzen, da es etwas mit Bühne, Kreativität und Kunst zu tun hat und das ja im Endeffekt die Richtung ist, in die ich gehen möchte.

Aber ich kann auch nicht einfach die Uni vernachlässigen... das ist manchmal schwer alles unter einen Hut zu bekommen. Das lebt sich dann in Nachtschichten aus.

 

Wann kamst du eigentlich zur Company?

 

Nicole hat Svenja und mich mal nach einer Weihnachtsshow der Tap Connection angesprochen.

 

Ein schönes Weihnachtsgeschenk.

 

Total! Danach war ich sehr aufgeregt. Ich bin in meinem Gestiefelten Kater Kostüm inklusive Degen von Papa abgeholt worden. Wir haben dann ein festliches Glas Glühwein getrunken und ich war zum ersten Mal in meinem Leben beschwipst.

 

Von einem Glas Glühwein?

 

Von einem Glas Glühwein! Ich bin danach auf der Couch als Gestiefelter Kater eingeschlafen.

 

Das klingt sehr nach einer Märcheninszenierung mit dir in der Hauptrolle als Gestiefelter Kater.

Wie ist es für dich als Tänzerin auf der Bühne zu stehen?

 

Sehr normal und vollkommen.

Man wird getragen von der Sicherheit, die einem die Bühne gibt.

 

Aber nichts geht ohne unsere Glücksbringer.

Steckbrief zum Maskottchen:

Name: Chip und Keksi. Keksi hat mir mein Bruder geschenkt, damit Chip nicht alleine ist.

Art: Schneeeulen.

Kaufort: Chip auf einer Tankstelle, Keksi in England an der Küste.

Allergien: Keine.

Wesentliche Charakterzüge: Chip schaut immer sehr skeptisch und etwas verwirrt...

 

Die Blitzfragen! Du hast die Wahl zwischen Hard oder Soft. Deine Wahl entscheidet über die jeweilige Kategorie und die Art, in der die Fragen gestellt werden. Daher stelle ich dir nun die Frage: Hard oder Soft?

 

Hard!

 

Wenn du mit einem Tier deiner Wahl sprechen könntest, welches Tier wäre es und was würdest du fragen oder sagen?

 

Ich würde gerne mit einem Eichhörnchen sprechen und fragen, warum sie ihre Nüsse in so doofe Stellen stecken, wie z.B. unsere Schuhe.

 

Du bekämest die Gelegenheit in die Zukunft oder aber in die Vergangenheit zu schauen. Allerdings nur eine Minute lang und nur zu einem bestimmten Zeitpunkt deiner Wahl. Für welchen Zeitraum würdest du dich entscheiden und warum?

 

Ich würde in die Vergangenheit gucken und nicht in die Zukunft. Ich will lieber nicht wissen, was passiert, da es ohnehin geschehen wird.

Ich würde meiner Uroma gerne beim Tanzen zusehen wollen.

 

Würdest du lieber einen Beruf haben wollen, bei dem du weniger glücklich, dafür aber nur 10 Jahre arbeiten und dann mit viel Geld in Rente gehen könntest oder lieber einen Beruf, der dich glücklich macht, bei dem du aber bis zu deinem Lebensende arbeiten müsstest?

 

Lieber einen Beruf, der glücklich macht. Wobei das wahrscheinlich eine sehr naive Einstellung ist.

 

Die letzten Fragen:

Was wissen wir noch nicht über dich?

 

Als Kind wurde ich immer Wölkchen genannt, weil ich nicht gerade ein Sonnenschein war. Heute bin ich auch mal das Suppenhuhn oder der Mehlwurm.

 

In der Company auch oft Smartha! Doch bei der schönen Auswahl an Spitznamen, könnte sich das ab heute ändern.

Fast hätten wir noch die Frage nach den Dingen in deiner Tanztasche vergessen!

 

4 Paar Softshoes, ein Fußausroller, Medizintäschchen mit Watte, Pflastern, Verbandtape, Schere und Magnesium, dann Chip und Keksi, um sie nie zu vergessen, meinen Kalender und Musik. Wie Winnie Puh sagt: So Sachen halt!

 

Und wenn sie nicht gestorben ist…?

 

Dann tanzt sie ihr Märchen noch heute…

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