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Ein ganz besonderes Erlebnis ...

April 17, 2018

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Interview mit Timo Kurka

 

Timo Kurka über das Tanzen auf der Bühne, Dance-Hangovers und das Universum.

 

Was ist in deiner Tanztasche - außer natürlich Sportkleidung und Tanzschuhen?

 

Wasser, Handtuch und mein Autoradio. Mehr heute nicht.

 

 

Was man eben so braucht zum Tanzen.

Erinnerst du sich an das erste Mal in Irish Dance Schuhen?

 

Ja.

Ist das eine geschlossene Frage?

 

Nein.

 

Ach so. Also das erste Gefühl war komisch und ganz anders als erwartet. Gerade im Hardshoe fühlte es sich durch den Heel sehr wackelig an.

 

Wusstest du denn schon vorher, dass es im Irish Dance sowohl Hard -als auch Softshoes gibt und dem entsprechend eine Unterscheidung beim Tanzen?

 

Nein, das wusste ich nicht.

 

Warum eigentlich Irisch?

 

Ich habe die Show „Lord Of The Dance“ gesehen. Da war ich 12 Jahre alt. Danach habe ich angefangen irische Musik zu hören und irgendwann angefangen auch dazu zu tanzen.

 

Beschreibe mal deine erste Tanzstunde, die du hattest.

 

Ich wurde mehr oder minder von einer Freundin gezwungen bei einem Workshop teilzunehmen. Erst war ich sehr skeptisch, muss ich sagen, weil ich noch keine Erfahrungen in irgendeiner Art von Tanz hatte. Der Workshop beinhaltete 3 Mal tanzen für eine Stunde. Da dachte ich mir, das tut einem ja erst einmal nichts.

 

Und dann hast du dich dazu entschieden richtig mit dem Training anzufangen?

 

Genau. Ich dachte mir, dass wenn ich jetzt anfange und mich dafür entscheide zu bleiben, dann kann ich so schnell nicht wieder aufhören.

 

Mit wie vielen Stunden Training in der Woche hast du angefangen und wie hat sich das Training verändert?

 

Zuerst habe ich mit einmal in der Woche mit 90 min angefangen. Irgendwann bin ich dann zwei Mal die Woche gekommen und jetzt sind es zwei Mal die Woche für ein paar mehr Stunden (lacht).

 

Wie und wann hast du Nicole und Gyula kennengelernt?

 

Nicole und Gyula habe ich 2009 bei einem Workshop kennengelernt. Dann wurde ich gefragt, ob ich bei einem Auftritt mit der Band Larkin mit dabei sein möchte. Drei Jahre später haben die beiden mich als Gasttänzer zu der Show „Celtic Heartbeat“ eingeladen. Durch den Auftritt habe ich gemerkt, dass mir das Tanzen auf der Bühne so viel Spaß macht, dass ich mich dazu entschieden habe, bei den beiden zu bleiben.

 

Ab dem Zeitpunkt hast du auch gleich mit dem Company Training der Irish Beats Dance Company Berlin angefangen?

 

Ich hatte noch zwei Auftritte als Gast mitgetanzt, dann bin ich 2013 in die Company gekommen.

 

Dann war das Tanzen nicht mehr bloß ein Hobby.

 

Dann wurde es zu meinem Nebenberuf.

 

Wirst du noch nervös, wenn du auf die Bühne gehst?

 

Heute bin ich weniger nervös, da ich schon viel Bühnenerfahrung gesammelt habe. Früher hatte ich richtig mit Übelkeit zu kämpfen. Aber das verfliegt, sobald man auf die Bühne geht. Das Schlimmste ist ja eigentlich der Moment kurz davor. Dann ist das Lampenfieber am stärksten.

 

Was war das schönste Tanzerlebnis, das du bisher hattest?

 

Wir hatten so viele tolle Shows, auch mit tollem Publikum, da ist es schwer zu sagen, was das schönste Erlebnis war. Aber mir fällt gerade spontan das Berlin Tattoo Festival in der Max-Schmeling Halle ein. Das war so unbegreiflich groß, dass man gar nicht realisiert hat, dass da über 6000 Menschen sitzen, die gerade zuschauen. Auch die Musiker waren großartig!

 

Bald fängt die Show „World of Pipe Rock and Irish Dance“ mit der Band Cornamusa wieder an. Die Company ist dann also wieder auf Tour. Ohne was könntest du auf Tour denn niemals leben?

 

Ohne mein Maskottchen und … und Süßigkeiten.

 

Gesunde Einstellung!

In der Company hat ja jeder sein persönliches Maskottchen.

 

Richtig! Ich habe einen Minion.

 

Stimmt! Wie war nochmal sein Name?

 

Tic Tac (schmunzelt).

 

Was ist das Beste am Touren?

 

Das Unterwegssein an sich. Sobald wir uns treffen und losfahren, egal wie anstrengend der Tag gewesen sein mag, ist man in so einem Universum. Es ist ja nicht nur die Show an sich, die einem so viel gibt, sondern das Drumherum mit allen Menschen, die dazu gehören. Tänzer, Musiker, Techniker. Man bleibt wie in einer Art Blase, in der alle an einem Strang ziehen.

 

Wie fühlt es sich an wieder zu Hause zu sein?

 

Es ist schwierig aus diesem Universum wieder zurückzukehren. Man war die ganze Zeit so fokussiert, man erlebt eine andere Routine. Wenn man wieder zu Hause im alltäglichen Leben ist, kann es zu einem kurzen Gefühl von Leere kommen.

 

Oh..!

 

Ja… wir haben das mal als „Dance Hangover“ bezeichnet. Der Körper war die ganze Zeit über angespannt und diese Spannung bleibt erst einmal bestehen, gleichzeitig ist man aber so glücklich. Nichtsdestotrotz ist es natürlich schön, wieder zu Hause auf seiner Couch sitzen zu können.

 

Wenn du an die Company denkst, welches Wort fällt dir als erstes ein?

 

(Ohne zu überlegen) Spaß!

 

Wie verbindest du dein Tänzerleben mit deinem anderen Leben? Du musst dir doch sicherlich öfter mal frei nehmen für deinen Nebenberuf als Tänzer?

 

Ich habe glücklicherweise zwei sehr verständnisvolle Chefs, die mich da auch gerne unterstützen.

 

Was genau arbeitest du?

 

Ich arbeite bei lekker Energie und bin dort seit 2012 Gruppenleiter im Kundenservice.

 

Seit wann arbeitest du dort?

 

Zuerst habe ich nach der Schule von 2003 bis 2006 eine kaufmännische Ausbildung bei der Telekom gemacht. Wie wir mal festgestellt haben, hat Nicole dort auch ihre Ausbildung absolviert. Nach dem Zivildienst habe ich dann bei lekker Energie angefangen.

 

Was gefällt dir an deiner Arbeit?

 

Ich finde es toll, dass ich in vielen verschiedenen Themenbereichen die Verantwortung übernehmen und mit meinen Kollegen eng zusammenarbeiten kann. Außerdem mag ich, dass wir eine offene und lockere Unternehmenskultur pflegen.

 

Warst du nicht sogar auf einem Werbeplakat in Berlin zu sehen?

 

Ja, das war eine Werbekampagne, in der 4 Mitarbeiter, inklusive mir, fotographiert wurden. Das war wirklich ein besonderes Highlight.

 

Haben deine Kollegen dich schon einmal tanzen sehen?

 

Noch nicht, tatsächlich. Aber dieses Jahr werden sie in Berlin im Tempodrom zuschauen kommen.

 

Was sagen Freunde und Familie zum Tanzen?

 

Man muss halt schauen, wie man manche Verabredungen oder Termine vereinbart, aber alle finden es toll, was ich mache.

 

Immanuel Kant hat mal gesagt, dass  Leidenschaft unfrei mache.

 

Man hat ja immer die Wahl. Leidenschaft ist der Grund, warum wir das machen. Beim Tanzen fühlt man sich frei, deswegen passen Leidenschaft und das Wort „unfrei“ für mich nicht zusammen.

 

Das leiten wir an Kant so weiter!

Wer inspiriert dich dazu, besser zu werden?

 

Jeder andere Tänzer, den ich sehe! Mir helfen auch alte Videos, die ich mir anschaue. Dann sehe ich, wie weit ich schon gekommen bin.

 

Denkst du, dass man irgendwann an seine Grenzen stößt oder dass man fähig ist alles zu lernen?

 

Jeder hat ein Grundtalent für verschiedene Dinge. Aber jeder ist, denke ich, in der Lage dazu alles zu lernen, wenn man nur genug Freude dabei hat.

 

Was machst du an Tagen, an denen du nicht tanzt?

 

Im Kopf tanzen (lacht). Nein wirklich. An den Tagen an denen ich nicht tanze, warte ich darauf, dass ich wieder tanzen kann. Jeden Montag freue ich mich schon auf den Dienstag!

 

Versteckte Talente?

 

Ich kann nicht jonglieren. Das habe ich letztens ausprobiert. Ich spiele aber Gitarre in einer Band!

 

Wann??

 

An dem traditionsgemäßen trainingsfreien Donnerstag!

 

Jetzt kommen die sogenannten Blitzfragen. Dafür musst du aber zuerst die Art der Fragen wählen. Also: Hard oder Soft?

 

Ich nehme Hard. (Hört die erste Frage)

Ich nehme doch Soft.

 

Lieblingslied? Strings of Fire. Dazu tanze ich am liebsten.

Lieblingstier? Eichhörnchen.

Lieblingsfarbe? Schwarz.

Sternzeichen? Stier.

Was ärgert dich? Doofe Autofahrer.

Was machst du gegen das Gefühl vom Stillstand? Weitermachen und nicht aufgeben.

Rituale für Glück? Immer das gleiche Warm -up.

Was bringt dich zum Lachen? Die Company!

Was macht dich nervös? Die Company! (lacht)

 

Die letzten Fragen!

Wenn du alt bist, welche Geschichte aus deinem Leben würdest du Kindern erzählen?

 

Ich würde erzählen, dass ich, als ich jung war, einen Tanz aus einem völlig anderen Land, mit Tänzern aus aller Welt lernen konnte.

 

Was würdest du zu deinem vergangenen Ich sagen, welches gerade erst in die Company gekommen ist bzw. angefangen hat zu tanzen?

 

Gib Gas!

 

Was sind drei Dinge, die du dir für dein Leben noch wünschst?

 

Möglichst lange tanzen, meinen anderen Beruf lange ausüben können und ganz viel Zeit mit meiner Familie und meinen Freunden haben.

 

Das Letzte an was du vor dem Schlafengehen denkst?

 

5 – 6 – 7 – 8!

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